Rentnern 2

Bevor ich wieder die absolut letzten Stories erzähle, kommt noch eine kleine Reminiszens an den letzten Beitrag. Dort erzählte ich vom Heidenau-Beach. Nun kenne ich es nicht so genau, um dessen Qualität in pcto. Beköstigung, Tränkung, Belustigung und Publikum beurteilen zu können, aber wenn ich mir sonstige Lokalitäten im Nebel des heutigen Mainstreams anschaue, wäre der Name „Heidenau-Bitch“ vielleicht eine schöne Alternative.
Wer sich nun hämisch darüber freut, daß ich die „absolut letzten Stories“ erzähle, dem kann ich eine hohe Aufmerksamkeit bescheinigen, denn er/sie hat meinen Eingangsgag erkannt. Wer nicht… nun ja, das wird noch.

Nachdem ich gerade das Rentnern für mich entdeckt und eine Woche praktiziert habe, mußte ich beinahe schon wieder improvisieren, denn seit Anfang dieser Woche hat meine Frau Urlaub. Rentnern ist bei ihr noch lange nicht drin, denn wer soll sonst meinen Lebensstandard sicherstellen. Da muß sie schon noch ein paar Jährchen „schaffe“, wie der Schwabe sagt. „Häusle baue“ wird aber trotzdem nichts mehr werden. Im Moment aber half mir erst einmal CORONA, denn wenn es nichts wird mit „Urlauben“, dann ist Rentnern der passende Ersatz. Es ist auch viel erholsamer, weil man sich nur darum sorgt, möglichst viel Natur in sich aufzusaugen. Dagegen besteht deutscher Urlaub im Grunde nur darin, möglichst weit weg zu fliegen, um zu zeigen, was man schon alles gesehen hat, möglichst unbekannte Leute zu treffen, um denen zu erzählen, was man selbst für eine wichtige Familie ist und wie hübsch und klug und gut erzogen die eigenen Kinder sind usw. usw. usw… Urlaub von Deutschland ist im Prinzip nur eine familiäre Promotion-Tour. Renommé wird entweder sofort am Urlaubsort gescheffelt oder hinterher zu Hause. Da werden oft Tausende Euro ausgegeben, um sich anschließend so richtig zu ärgern. Am nachhaltigsten ist ein Urlaub, wenn man hinterher auf Entschädigung klagen kann. Wenn dann sogar eine Rückzahlung rausspringt, ist das der Gipfel des Glücks für… eigentlich nicht die ganze Familie, sondern nur für das Familienmitglied, das die Klage eingerührt hat. Denn nichts erzeugt mehr Glücksgefühle als ein gewonnener Prozess, also die öffentlich verbriefte Tatsache, Recht gehabt zu haben.
Nun haben wir also zu zweit gerentnert und man muß sagen: „Wenn das beide mögen, ist es noch schöner.“ Nichts geht dabei natürlich über eine ordentliche Destination… Pfui Teufel, sind das Scheiß-Bezeichnungen heutzutage! Dabei gibt es Ausflugsziele seit Hunderten von Jahren. Die bleiben das auch, wenn man sie umbenennt.  Für den Dienstag hatten wir uns also Blockhausen rausgesucht. Man soll dort das Auto an einer 1,5km entfernten Stelle abstellen und dann hinlaufen. Ich halte das bei ca. 25% Steigung ein bißchen für Wahnsinn. Wegen meiner Gehunverträglichkeit hatte ich sowieso beschlossen, bis vor die Tür zu fahren, da wußte ich noch gar nichts von der Steigung. Weil ich wußte, daß das Gelände trotzdem noch etwas weitläufig ist, hatte ich natürlich meinen Roller mit. Also habe ich den aus dem Auto geholt, klargemacht und mit dem ganzen Equipment bestückt, was man für einen erholsamen Nachmittag braucht. Als ich alles zusammen hatte, habe ich das Auto zugeschlossen und.. in diesem Moment ging irgendwo ein Dampfkessel hoch! Ich hatte nämlich in die Hosentasche gegriffen, um den Rollerschlüssel herauszuholen, fand ihn aber dort nicht. Auch alle anderen verdächtigen Orte enthielten keinen solchen. Deshalb nutzte ich die plötzlich freigeordene Energie, um den Roller in Nullkommanichts wieder reisefertig zu machen, einzuladen und das ganze Gerümpel hinterherzuschmeißen. Daß beim Abfahren die Räder nicht durchdrehten, war auch nur dem Allrad geschuldet. Es war auch keine schlechte Sache, daß wir solch einen Schwung drauf hatten, denn der reichte bis auf den Schwartenberg. Von dort oben hat man zwar einen herrlichen Blick über das Erzgebirge, aber bei dem Wind dieses Tages hätte ich das wohl eher aus der Ameisenperspektive sehen können. Zum Glück gibt es dort die gleichnamige Baude mit einer Terrasse, die mit äußerst stabilen Glaswänden verbarrikadiert ist. Ohne diese wäre es wahrscheinlich unerträglich. Man könnte ganz gewiß kein Bier zum Munde führen, ohne als Erstes dessen Schaum im Gesicht zu haben. Auch sonst würde wohl nicht viel auf den Tischen stehen bleiben. Praktisch war, daß auf der Terrasse keine Mundschutzpflicht bestand, sonst wäre dieser auch noch weg gewesen.

Schon am nächsten Tag ließ sich meine Frau erweichen, mein Glück in der Natur Tharandts zu teilen. Wir haben aber dort keinen Gewaltmarsch veranstaltet, sondern uns einfach an einem Teich niedergesetzt und den lieben Gott einen frommen Mann sein lassen. Daß ich bei solchen Gelegenheiten immer auch mindestens einen meiner Freunde mitnehme, versteht sich von selbst.
Hier ein Gruppenfoto:

Man sagt landläufig, wer seine Frau sitzen läßt, ist ein Schwein, ein Macho oder was sonst noch, aber ich mache mir nichts aus solchem Gewäsch, habe meine Frau am Teich sitzen lassen und wollte aus der Amerika-Anlage des forstbotanischen Gartens über die schöne Hangebrücke in den Altteil gelangen. Der Gedanke war ja nicht schlecht und wenn ich mich an den Anfang der Brücke gezaubert hätte, auch halbwegs durchführbar, aber wenn man durch die Tür des Begrenzungszaunes schreitet odert rollt und schaut in eine Art Abgrund ohne Ende, dann vergeht einem die Endeckerlust. Der Hang selbst hatte eine Steilheit von vielleicht 70% und der Weg dorthin verlief in Serpentinen von immer noch 30% und höchstens 60cm Breite. Für meine körperliche Konstitution und die Leistung meines Rollers war das ein Blick in die Hölle. …also nichts wie husch, husch zurück in die Arme von Mami! So verlief der Tag ohne Blessuren.

Heute nun hatten wir uns den Dresdner Zoo vorgenommen und jetzt macht einer der größten Werbegegner mal selber so richtig Werbung, haltet euch fest! Unser Zoo ist zum Glück nicht mehr das Dornröschen, das auf den Kuß eines weltbekannten Zoologen oder besser noch „Investologen“ hofft. In den letzten Jahren ist einiges geschehen und wir haben heute beobachtet: Es geht weiterhin voran. Schon vor langer Zeit hatte ich beschlossen, große Teile meiner Rentnerzeit im Zoo zu verbringen. Was liegt da näher, als sich eine Jahreskarte zu kaufen. Das Schöne daran ist jetzt, daß diese nur 3mal so viel kostet wie eine einfache Tageskarte und das gilt für alle Preisklassen. Meine Frau hatte anfangs gar keine Ambitionen für eine Jahreskarte, aber die Erkenntnis war dann einfach: „Dreimal im Jahr gehen wir bestimmt her!“ Also: „Zweimal Jahreskarte bitte!“ Bei dieser Preiskalkulation bekommt man einen ganzen Schwung mehr Besucher in den Zoo. Ob die Eintrittserlöse damit exorbitant zunehmen, sei mal dahingestellt, aber es gibt ja noch die Zoogastronomie. Die wäre dann schon besser dran, wenn… nicht so viele von meiner Sorte kämen, der seine Freunde mitbringt. Aber auch das ist Marktwirtschaft: Wenn durch viel mehr Kundschaft die Preise etwas gesenkt werden könnten, würde vielleicht auch ich öfter mal Kunde. Einen ganz speziellen Aspekt möchte ich noch hervorheben: Wenn die Leitung des Zoos irgendetwas gegen meinen Roller einzuwenden hätte, wäre das Thema „Zoo“ für mich passé.

Hiermit rufe ich also allen Dresdnern zu: „Begleitet mich beim Rentnern im Zoo und meine nächsten Geschichten schreibe ich nicht für, sondern mit und über euch!

Wir Kinderlein

Ach was war doch meine/unsere Kindheit schön! Man war behütet in jeder Phase seines Lebens, ob nun zu Hause oder in irgendeiner kindischen Einrichtung. Wir haben viel gelernt und wenn das mal schwer wurde, hat man immer wieder dafür gesorgt, daß es einem leichter fällt und man auch nichts vergißt. Zu Hause war alles einfach, Meine Eltern umgaben mich mit viel Liebe und ich war vor härteren Maßnahmen relativ sicher, weil mein Bruder bei eventuellen Missetaten immer noch eins draufsetzte. Nur manchmal fielen mir erzieherische Maßnahmen durch ein leichtes Zwiebeln im Hinterteil wieder ein. Im Kindergarten hatte ich leider nicht das reine Glück, denn ich entwickelte schon zeitig eine Aversion gegen Kommandogewalten. Verzwiebelt wurde man zwar nicht, aber das Repertoire geschulter Erzieherinnen oder genervter Seiteneinsteiger war trotzdem nicht ohne. Ich erinnere mich, daß ein Mithäftling beim Genuß seines Mittagessens sich dieses noch einmal in der anderen Richtung durch den Kopf gehen ließ, was auch wieder zielgenau auf dem Teller landete. Jetzt hatte er noch mehr zu löffeln, denn er mußte aufessen…
…aber schön gesungen haben wir immer im Kindergarten! Nun ja, ich gebe zu, daß ich auch damit nicht viel am Hut hatte, aber was macht man nicht alles zum Wohle der Gemeinschaft. – Und da sind wir mitten beim Thema: Dinge tun zumWohle der Gemeinschaft. Es verfolgt mich schon seit meiner Kindergartenzeit: Warum glauben Leute, die an irgendwelchen Hebeln sitzen nicht, daß ein Mensch auch aus eigener Erkenntnis und Entscheidung heraus Positives für die Gemeinschaft leisten oder wenigstens denken kann?! Brauche ich zum Beispiel eine Grata Irgendwas, die das Gras wachsen hört, um die aktuellen Gefahren für die Umwelt zu erkennen? Das Schlimme ist ja außerdem, daß diejenigen Leute, die maßgeblich für die Umweltverschmutzung verantwortlich sind, auf diesen Zug aufspringen.

Es ist vollkommen egal, um welches brisante Thema es geht, in jedem Falle kommt irgendein Gespenst aus der Ecke und trötet ganz laut, was wir zu tun oder zu lassen hätten.  Der letzte derartige Excess ist der Aufruf: „Wir bleiben zu Hause!“ Glauben diese Leute etwa, daß das den Menschen nicht von selbst einfällt oder sie es wenigstens nach ein- bis dreimaligem Hören anerkennen? Es kann nur sein, daß sich diese „Initiatoren“ für ganz besonders schlau halten oder aber alle anderen für besonders blöd. Zumindest eines ist tröstlich: Ihr optisches Erkennungszeichen mit den Händen über dem Kopf. Das sieht ein bißchen aus wie eine Harlekin-Mütze.

Da weiß man doch gleich, daß man bei Kaspern gelandet ist.

Alte Kameraden

Ich habe mich in letzter Zeit auf diversen Armee-Foren herumgedrückt und eben auch mit der mir gewohnten Lockerheit geschrieben. Leider mußte ich feststellen, daß gerade dort eine regelrechte Verbissenheit grassiert. Viele haben den Zusammenbruch der DDR und damit seiner Militärorgane noch nicht verkraftet und bringen das auch offen oder latent zum Ausdruck. Das tut mir jetzt für den Menschen leid, für den Militär aber nicht. Damals hatten sie ihren Spaß und die Wehrdienstleistenden haben abgekotzt(Ja, so war der Begriff dafür). Nun ist es halt umgekehrt, na und? Ich werde mich gewiß nicht für den Lauf der Welt entschuldigen! Gleichzeitig muß ich konstatieren, daß auch ich in der DDR – allerdings im zivilen Leben – besser dastand als heute. Soll ich mich deswegen erschießen? Die damalige Militärkaste kommt mir in einigen Teilen vor wie die Bürger eines Kolonialstaates, die früher im Reichtum der Kolonien geschwelgt haben, aber nach deren Befreiung über die Massen von „Negern“ in ihrem Land klagen.

Ja Freunde, dumm gelaufen.
Aber – Mein Gott wer bin ich denn für diese Leute? Sie kannten mich damals nicht und kennen mich jetzt nicht. Insofern könnte es ihnen absolut Wurst sein, was ich erzähle und könnten vielleicht sogar mal mitlachen. Was soll da Hauptkommissar a.D. XY sagen(was mein Schwiegervater ist), der schon zu i.D.-Zeiten mit meiner Mißachtung seines Dienstgrades zu kämpfen hatte. Weil er infolge der Ausreise meines Bruders in die BRD die Blockade seiner Karriere befürchtete, ließ er mir vor unserer Hochzeit ausrichten, ich solle mich von diesem lossagen. Ich habe das natürlich schlichtweg ignoriert. Für mich gilt immer noch: „Wer immer die Musik bestellt, der muß sie auch bezahlen!“. Diese gewünschte „Westverwandtschaftsfreiheit“ gehörte zu seinem Beruf, nicht zu meinem.
Ich glaube, die Welt braucht mehr LOCKERHEIT – in jedem Land, bei jedem Thema, bei jedem Menschen…

Shit on Fridays – „All days for Openess!“

Kulturelle Vielfalt

Kleine Anfrage an die Bundesregierung:

Wieviele Straftaten gab es in Deutschland im Jahr 2018, bei denen die Tatverdächtigen Personen mit dem Aufenthaltsanlass „Asylbewerber“, „Duldung“ oder „unerlaubter Aufenthalt“ (Ausländer ohne Aufenthaltstitel) waren. Die Antwort ist erschütternd.

Insgesamt wurden 265.930 Straftaten registriert, bei denen Asylbewerber, Geduldete oder Personen, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten, als Tatverdächtige ermittelt wurden. Davon 98-mal Mord, 261-mal Totschlag, 1082-mal Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung/Übergriffe, inklusive 153 Versuche, diese Straftaten auszuführen, 3477-mal räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer sowie 16.929-mal gefährliche und schwere Körperverletzung.
Ausländerrechtliche Verstöße, wie etwa illegale Einreise, sind dabei noch nicht mal berücksichtigt. Die meisten Tatverdächtigen stammten aus Syrien (25.328), Afghanistan (16.687) und dem Irak (10.225).

Das ist der Inhalt einer Pressemitteilung eines Bundestagsabgeordneten. In welcher Zeitung konnte man das dann lesen? Ich glaube, in keiner! Welch ein Glück, daß die Presse nur das Recht hat zu informieren und nicht die Pflicht. Denn wie heißt es doch vor Gericht: „Sie sind verpflichtet, die Wahrheit zu sagen, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit!“.

Wer nur die Hälfte erzählt, ist auch ein Lügner.

Links, Rechts, Oben Unten…

Als politisch interessierter Mensch habe ich mich schon sehr gewundert, daß ich in meiner Wahlentscheidung von den Linken zur AfD kaum Bedenken hatte. Diese Tatsache hat mich mehr verwundert als meine Abkehr von der Linken. Das hat ja schließlich eines der bedeutenderen Mitglieder dieser Partei zu verantworten. Diese Frau leugnet einfach die Tatsache, daß PEGIDA nur entstand, weil Angehörige und Anhänger miteinander bis auf´s  Blut verfeindeter gleichberechtigter Mitbürger/Volksgruppen/Clans/Ethnien/Kulturen/Glaubensanhänger/Asylanten(jeder suche sich bitte raus, was ihm angemessen erscheint) den in ihrem Herkunftsgebiet tobenden Konflikt auf deutschen Straßen austrugen. Wenn mich die Frau Kipping zusammen mit Tausenden Bürgern derartig beleidigt, wie sie das nun mal getan hat, wäre es doch wohl absurd, wenn ich weiterhin den Hund streichele, der mir in die Hand beißt. Der Übergang zur AfD allerdings erschien mir so problemlos anhand der hauptsächlichen Ziele, daß es nicht stimmen kann mit angeblich ganz rechts und ganz links. Und nach fast 64 Jahren Lebens stelle ich fest: Der ganze Zinnober mit links und rechts ist alles nur Augenwischerei, um dem Wähler die Gleichberechtigung der Parteien vorzugaukeln. Das ging so nach dem Motto: „Guck mal, die sitzen links die Gegner sitzen rechts, das ist doch gleichberechtigt.“ Tja, wer´s glaubt. In Wirklichkeit hätten sich die Parteien in Oben und Unten teilen müssen, je nach Parteivermögen oder Zugriff auf solches. Nicht umsonst wollte man an das Vermögen der SED heran, nicht um es dem Volke zuzuführen, sondern zu verhindern daß „DIE“ auch oben sitzen. Und wo ich in der Erkenntnis nun schon so weit gekommen bin merke ich, daß ich in meinem Leben immer den benachteiligten geholfen habe und es immer noch tue. Wie die Linken ist auch die AfD „Unten“, das heißt ´nicht gelitten vom Mainstream´. Heute hat meine Tochter versucht, mich zu bekehren, indem sie mir einen Artikel im Spiegel verlinkt hat, in dem es um sprachliche Entgleisungen von AfD-Politikern ging und wie die sich dann rausredeten. Dazu muß ich zugeben: Ja, es gibt leider in jeder Partei Flachwichser, die sich aus Dummheit oder bestimmten Gründen aus dem Fenster lehnen und dann zurückrudern müssen – oder auch nicht. Wie man sieht, werden manche dieser „Künstler“ sehr rasch enttarnt, die anderen nicht und können in Ruhe weiterw…irtschaften.
Meine Tochter hatte recht. Ich werde in Zukunft aktiv dafür eintreten, daß offizielle Statements oder private Statements offizieller Vertreter der AfD gegen die Linie der Afd und seiner Mitglieder nicht mehr stattfinden.

Um die anderen flachen müssen sich natürlich andere kümmern.

Auch Götter sind sterblich

Nachdem ich über´s Wochenende meinen E-Scooter wieder zum scootern bringen konnte, hatte ich heute heute endlich mal Zeit und Muße, mein Werkzeugarsenal zu sichten und zu sortieren. Also habe ich es mir auf dem Balkon gemütlich gemacht, das Werkzeug ausgekippt, ein Weißbier in die Mitte gestellt und das Radio in der Küche etwas lauter gestellt. Ich hatte RSA drin, weil ich immer noch die 80er Musik liebe. Leider wurde meine Hausarbeitsidylle schon nach einer halben Stunde jäh unterbrochen…

Genauso sehe ich Dich, Niki – Ganz oben!

…ein Gott ist gestorben! Niki Lauda ist gestern von uns gegangen. Ich kann es immer noch nicht ganz fassen.
Für mich war er tatsächlich immer der Gott der Formel 1. Ständig habe ich gehofft, er käme noch einmal als Kommentator ins Fernsehen zurück. Natürlich wird man in den nächsten Tagen und Wochen noch viel über ihn sprechen, deshalb will ich mich hier mit meinen bescheidenen Mitteln nicht weiter in die Riemen legen.

Ich bin jetzt fertig mit meinem Werkzeug, habe aber auch in niedergeschlagenerStimmung das vierte Weißbier leer und…

Ja, ich habe geheult.

Indischer Computertrick

Es gab mal Zeiten, in denen indische Fakire auf Jahrmärkten und Kirmesfesten die Menschen mit Seiltricks und Schlangenbeschwörung erfreut haben. Das ist lange her und inzwischen hat sich die Art und Weise der Darbietung stark verändert. Heutzutage arbeitet man statt dessen eher mit Computertricks und Internetverschwörung. Das große Ziel ist natürlich das Gleiche geblieben: Man will Kohle verdienen, nur eben jetzt viel schneller.
Deshalb hatte ich in den letzten Monaten ab und zu mal Anrufe, die teilweise sogar aus Indien kamen. Möglicherweise habe ich mir eine Null am Anfang dazugedacht, aber dann wäre es auch nicht viel näher.Man hört dann eine junge Männerstimme mit indischem Akzent, die sich als Mitglied des Microsoft-Helpdesks bezeichnet und dem Angerufenen bei seinen derzeitigen Problemen mit dem Computer helfen will. Natürlich habe ich sie abgebügelt, aber eines Tages hatte ich sehr viel Zeit und war vor allem recht gut drauf, weswegen ich mich einließ.
Zuerst laberte er noch ein wenig herum von wegen Vertrauen und so, übergab den Staffelstab dann an einen anderen und auf dessen „Anweisungen“ hängten wir uns über Teamviewer zusammen. Schon alleine dieses wäre normalerweise seine Disqualifikation gewesen, denn MS hat andere Möglichkeiten, aber ich wollte ja sehen, was kommt. Ich konnte also als Passagier beobachten, wie er mit dem Cursor über den Bildschirm huschte und dabei scheinbar unverfängliche Fragen stellte. An irgendeiner Stelle schien er sich nur noch für den Bankzugang zu interessieren, weshalb ich die Mitarbeit aufkündigte. Augenblicklich aktivierte er den Mann von vorhin, der sofort intensiv auf mich einsprach. Plötzlich merkte ich, daß ich keine Gewalt mehr über Maus und Tastatur hatte, während er mit höchster Intensität weitermachte. Mit diesem Schritt des Aussperrens hatte ich aber schon eine Weile vorher gerechnet und habe dann auch nicht gezögert. – Die Oberhoheit über den Netzschalter habe immer noch ich! Aus die Maus! Ich habe dann noch drei Passworte geändert, in deren Nähe er gekommen warund dann war es aber auch gut. Vor dieser Masche hatte man schon eine Weile vorher in den Medien gewarnt und nun wußte ich es ganz genau und auch, wo ich die Akteure menschlich einstufen muß.

So kam es einige Wochen später erneut zu einem Anruf dieser „Truppenteile“. Ich unterbrach den jungen Menschen und es gab folgenden englischen Dialog.
Ich: „Lassen sie mich raten! Sie sind vom Microsoft-Support und wollen mir bei meinen Computerproblemen helfen?“
Er: „Richtig, ich…“
Ich: „Dann leck mich am Arsche und geh nach Hause!“
– kurze Sprachlosigkeit
Er: „Kann es sein, daß du ein Mutterficker bist?!“
Ich: „Das ist richtig, aber nur bei deiner.“
Jetzt legte er auf. Wie kann man nur so einschnappen?

Er ist eben kein bißchen tolerant.

Offener Brief an den Polizeipräsidenten von Sachsen

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident,

es gab mal eine Zeit(nach 90), da ich gern zur Politzei gegangen wäre, wenn ich jünger gewesen wäre. Auch später noch hätte ich auf die Frage: „Wollen sie denn einen Polizeistaat?“ mit „Und warum nicht?“ geantwortet. Inzwischen hat sich das gewandelt und erlebte heute abend seinen Höhepunkt. Meine Einschätzung der deutschen Polizei scheint sich zu bestätigen: Die älteren haben noch den Durchblick in pcto. Verhältnismäßigkeit, die jüngeren allerdings in keinster Weise. Bei diesen sehe ich amerikanische Verhältnisse. Ein Bayer würde dazu ausführen: „Kimmst in dei Lieblingsgang net nei, dann nimmt di halt die Polizei!“ Wobei ich mich frage, ob das nun Idioten oder Verbrecher sind, die diesen Weg gingen. Vielleicht wissen sie die Antwort.

Warum aber sage ich das?
Da kommt eine junge Frau(25) nach Absolvierung einer Zwischenprüfung aus dem Gebäude der HTW und will zum Wiener Platz, um mit der Straßenbahn nach Hause zu fahren. Mit jedem Meter zum Bahnhof wird die Phalance der Polizei immer dichter. Die ersten Grüppchen bestanden aus älteren Kollegen, die die schwarzgekleidete junge Frau zwar mustern, aber nicht behelligen. Im direkten Umfeld des Hauptbahnhofes allerdings trieben die jüngeren Genossen ihr Unwesen. Man stoppte die junge Frau, fragte nach woher und wohin und Hinz und Kunz. Nun ist es ja nicht so, daß die junge Frau 1,95m groß gewesen wäre und eine Schulterpearshing bei sich gehabt hätte, sondern sie war im Gegenteil 1,60m groß und trug als Bewaffnung einen Rucksack. Im Gegensatz dazu kamen einige der jungen Genossen bestimmt an erstgenannte Körpergröße heran und waren mehr oder weniger martialisch bewaffnet. Allerdings war das Hirn nun nicht gerade ihre Lieblingswaffe. Deshalb merkte auch keiner von diesen Komikern, daß die Festgehaltene inzwischen eine Panikattacke aufgebaut hatte und nicht mehr in der Lage war, irgendeine Frage zu verstehen, geschweige denn zu beantworten. Auch der für Panikattacken typische Weinkrampf veranlasste Gott nicht, Hirn wachsen zu lassen. Er machte etwas anderes: Er schickte 2 Engel in Form eines englischsprachigen Paares, das recht energisch monierte, ob man nicht sehe, daß die junge Frau am Ende ist. Unter unverständlichem Gebrummel und Gebrabbel ließ man sie dann endlich gehen.

Und nun frage ich sie, Herr Polizeipräsident, haben sie eine gut ausgebildete Jungtruppe oder sollte man deren Mitglieder ab und zu mal in die Produktion schicken, so wie man das am Ende der DDR von der Stasi gefordert hat, damit diese Leute mal aus Wolkenkuckucksheim zurückkommen.

Ich verabschiede mich hiermit von Ihnen mit dem größten Interesse an ihrem Schritt in dieser Sache.

Bernd Kahl

Zielstellungen

Ich muß heute mal explizit das Leben in der DDR in Bezug auf eine bestimmte Sache beleuchten, denn gegenüber anders lautenden Meinungen aus den gebrauchten Bundesländern wurde hier auch gearbeitet, die eigene Leistung aber anders nach außen getragen. Es geht also wieder einmal um die deutsche Sprache – Worum auch sonst auf diesem Blog!
Wenn jemand in der DDR arbeitsunlustig war, glichen die Äußerungen darüber fast genau den westlichen: „kein´ Bock“, „scheiß Arbeit“, „die spinnen wohl“ und noch eine ganze Palette ähnlichen Kalibers. Die „mittlere“ Fraktion machte einfach ihr Ding und sagte gar nichts. Bei leistungsaffinen Menschen teilten sich die Meinungen allerdings in Ost und West. Im Osten kommunizierte man, daß man gewillt sei, seine Arbeit bestmöglich zu erfüllen und dadurch im Leben voranzukommen. Das hört der Chef natürlich gern und ist dem Mitarbeiter gewogen. Manchmal gelingt es dem Mitarbeiter dann auch, eine höhere Stufe in der Hierarchie zu erklimmen. Dafür muß aber gewährleistet sein, daß der Chef in seiner Familie oder der Partei keinen besseren findet. Ich gebe zu, daß das alles nicht recht erstrebenswert klingt. Das ist es ja schließlich auch nicht, aber jetzt gehen wir weiter gen Westen. Hier kommt nun der leistungsbewußte jungdynamische Mann (nur manchmal Frau) daher und tätert nach amerikanischem Prinzip („Erst mal große Fresse, Wogen glätten ist später, nachdem ich weiß, wer für oder gegen mich ist.): „Ich will Karriere machen!“ Das entsetzliche ist ja, daß der das wirklich so meint! Es ist gar nicht sein Ziel, seine Arbeit gut zu erledigen, denn er muß sich ja auf das Karrieremachen konzentrieren. Noch erstaunlicher ist es, daß der Chef sich freut, „solche energiegeladenen Mitarbeiter“ zu haben. Solch ein Mitarbeiter wird wohl auch Gerhard Schröder gewesen sein. Er ist von Anfang an mit Karriereanspruch losgestürmt und hat es auch bis zum Bundeskanzler geschafft. Aber damit nicht genug, er hat geschafft, was bis dahin jedem CDU-Kanzler mißlang: der Industrie Milliardenprofite sichern bei gleichzeitiger Verringerung der Arbeitslosigkeit.

Die paar Millionen Armen, die wir jetzt haben, wollten doch sowieso nie arbeiten!