Amputation

Nun habe ich es doch erleben müssen. Ich wurde amputiert. Normalerweise sagt man ja: „Mir wurde dies oder jenes amputiert.“, aber diesmal passierte mir das in meiner Gesamtheit. Ich wurde also im Ganzen amputiert! Nur die Sprechweise ist eben nicht so ganz klar, denn wenn man zwei miteinander verbundene Körper hat, wer will dann sagen, welcher von welchem amputiert wurde? Man könnte sich allerdings darauf einigen, daß der nicht mehr lebensfähige Teil amputiert wird. In diesem Fall habe ich noch mal Riesenglück, denn ER wurde von mir entfernt… mein Astra!

An einem Tag Anfang April fuhren wir auf der A 14 nach Hause. Wir waren in der Leipziger UNI, um unserer Tochter den Doktorhut aufsetzen zu lassen. Ich weiß nun nicht, ob mein Wagen bei so großer Freude auch seinen Spieltrieb zeigen wollte, jedenfalls hatte er laut erster Diagnose Bock drauf, mit den Einzelteilen seines Turboladers im Kurbelgehäuse kegeln zu gehen. Es gab nur einen kurzen Ruck, ein pfeifendes Geräusch und es ging ohne Power noch paar Meter weiter… direkt die nächste Abfahrt hinauf, nicht ohne sich vor lauter Scham nach hinten mit einer Riesenwolke zu tarnen.
So saßen wir denn: Seit an Seit im Schrottauto in der hereinbrechenden Abenddämmerung mit Aussicht auf eine lange Nacht. Na gut, sooo lang war sie auch nicht, denn irgendwann gegen 11 waren wir auch zu Hause. Und hier muß ich mich auch mal zur Werbeschlampe machen: Bloß gut, daß wir den Autoschutzbrief gebucht hatten. Wo? Bei der Allianz, aber PSSST! Das ist Schleichwerbung!
Ja und was haben wir wohl als erstes zu Hause gemacht? Genau, Computer an und auf mobile.de und autoscout24 neues Auto gesucht! 😉

Amputation hin oder her, Ersatzorgane müssen ran!

Na bitte, geht doch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Indischer Computertrick

Es gab mal Zeiten, in denen indische Fakire auf Jahrmärkten und Kirmesfesten die Menschen mit Seiltricks und Schlangenbeschwörung erfreut haben. Das ist lange her und inzwischen hat sich die Art und Weise der Darbietung stark verändert. Heutzutage arbeitet man statt dessen eher mit Computertricks und Internetverschwörung. Das große Ziel ist natürlich das Gleiche geblieben: Man will Kohle verdienen, nur eben jetzt viel schneller.
Deshalb hatte ich in den letzten Monaten ab und zu mal Anrufe, die teilweise sogar aus Indien kamen. Möglicherweise habe ich mir eine Null am Anfang dazugedacht, aber dann wäre es auch nicht viel näher.Man hört dann eine junge Männerstimme mit indischem Akzent, die sich als Mitglied des Microsoft-Helpdesks bezeichnet und dem Angerufenen bei seinen derzeitigen Problemen mit dem Computer helfen will. Natürlich habe ich sie abgebügelt, aber eines Tages hatte ich sehr viel Zeit und war vor allem recht gut drauf, weswegen ich mich einließ.
Zuerst laberte er noch ein wenig herum von wegen Vertrauen und so, übergab den Staffelstab dann an einen anderen und auf dessen „Anweisungen“ hängten wir uns über Teamviewer zusammen. Schon alleine dieses wäre normalerweise seine Disqualifikation gewesen, denn MS hat andere Möglichkeiten, aber ich wollte ja sehen, was kommt. Ich konnte also als Passagier beobachten, wie er mit dem Cursor über den Bildschirm huschte und dabei scheinbar unverfängliche Fragen stellte. An irgendeiner Stelle schien er sich nur noch für den Bankzugang zu interessieren, weshalb ich die Mitarbeit aufkündigte. Augenblicklich aktivierte er den Mann von vorhin, der sofort intensiv auf mich einsprach. Plötzlich merkte ich, daß ich keine Gewalt mehr über Maus und Tastatur hatte, während er mit höchster Intensität weitermachte. Mit diesem Schritt des Aussperrens hatte ich aber schon eine Weile vorher gerechnet und habe dann auch nicht gezögert. – Die Oberhoheit über den Netzschalter habe immer noch ich! Aus die Maus! Ich habe dann noch drei Passworte geändert, in deren Nähe er gekommen warund dann war es aber auch gut. Vor dieser Masche hatte man schon eine Weile vorher in den Medien gewarnt und nun wußte ich es ganz genau und auch, wo ich die Akteure menschlich einstufen muß.

So kam es einige Wochen später erneut zu einem Anruf dieser „Truppenteile“. Ich unterbrach den jungen Menschen und es gab folgenden englischen Dialog.
Ich: „Lassen sie mich raten! Sie sind vom Microsoft-Support und wollen mir bei meinen Computerproblemen helfen?“
Er: „Richtig, ich…“
Ich: „Dann leck mich am Arsche und geh nach Hause!“
– kurze Sprachlosigkeit
Er: „Kann es sein, daß du ein Mutterficker bist?!“
Ich: „Das ist richtig, aber nur bei deiner.“
Jetzt legte er auf. Wie kann man nur so einschnappen?

Er ist eben kein bißchen tolerant.

Offener Brief an den Polizeipräsidenten von Sachsen

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident,

es gab mal eine Zeit(nach 90), da ich gern zur Politzei gegangen wäre, wenn ich jünger gewesen wäre. Auch später noch hätte ich auf die Frage: „Wollen sie denn einen Polizeistaat?“ mit „Und warum nicht?“ geantwortet. Inzwischen hat sich das gewandelt und erlebte heute abend seinen Höhepunkt. Meine Einschätzung der deutschen Polizei scheint sich zu bestätigen: Die älteren haben noch den Durchblick in pcto. Verhältnismäßigkeit, die jüngeren allerdings in keinster Weise. Bei diesen sehe ich amerikanische Verhältnisse. Ein Bayer würde dazu ausführen: „Kimmst in dei Lieblingsgang net nei, dann nimmt di halt die Polizei!“ Wobei ich mich frage, ob das nun Idioten oder Verbrecher sind, die diesen Weg gingen. Vielleicht wissen sie die Antwort.

Warum aber sage ich das?
Da kommt eine junge Frau(25) nach Absolvierung einer Zwischenprüfung aus dem Gebäude der HTW und will zum Wiener Platz, um mit der Straßenbahn nach Hause zu fahren. Mit jedem Meter zum Bahnhof wird die Phalance der Polizei immer dichter. Die ersten Grüppchen bestanden aus älteren Kollegen, die die schwarzgekleidete junge Frau zwar mustern, aber nicht behelligen. Im direkten Umfeld des Hauptbahnhofes allerdings trieben die jüngeren Genossen ihr Unwesen. Man stoppte die junge Frau, fragte nach woher und wohin und Hinz und Kunz. Nun ist es ja nicht so, daß die junge Frau 1,95m groß gewesen wäre und eine Schulterpearshing bei sich gehabt hätte, sondern sie war im Gegenteil 1,60m groß und trug als Bewaffnung einen Rucksack. Im Gegensatz dazu kamen einige der jungen Genossen bestimmt an erstgenannte Körpergröße heran und waren mehr oder weniger martialisch bewaffnet. Allerdings war das Hirn nun nicht gerade ihre Lieblingswaffe. Deshalb merkte auch keiner von diesen Komikern, daß die Festgehaltene inzwischen eine Panikattacke aufgebaut hatte und nicht mehr in der Lage war, irgendeine Frage zu verstehen, geschweige denn zu beantworten. Auch der für Panikattacken typische Weinkrampf veranlasste Gott nicht, Hirn wachsen zu lassen. Er machte etwas anderes: Er schickte 2 Engel in Form eines englischsprachigen Paares, das recht energisch monierte, ob man nicht sehe, daß die junge Frau am Ende ist. Unter unverständlichem Gebrummel und Gebrabbel ließ man sie dann endlich gehen.

Und nun frage ich sie, Herr Polizeipräsident, haben sie eine gut ausgebildete Jungtruppe oder sollte man deren Mitglieder ab und zu mal in die Produktion schicken, so wie man das am Ende der DDR von der Stasi gefordert hat, damit diese Leute mal aus Wolkenkuckucksheim zurückkommen.

Ich verabschiede mich hiermit von Ihnen mit dem größten Interesse an ihrem Schritt in dieser Sache.

Bernd Kahl

Zielstellungen

Ich muß heute mal explizit das Leben in der DDR in Bezug auf eine bestimmte Sache beleuchten, denn gegenüber anders lautenden Meinungen aus den gebrauchten Bundesländern wurde hier auch gearbeitet, die eigene Leistung aber anders nach außen getragen. Es geht also wieder einmal um die deutsche Sprache – Worum auch sonst auf diesem Blog!
Wenn jemand in der DDR arbeitsunlustig war, glichen die Äußerungen darüber fast genau den westlichen: „kein´ Bock“, „scheiß Arbeit“, „die spinnen wohl“ und noch eine ganze Palette ähnlichen Kalibers. Die „mittlere“ Fraktion machte einfach ihr Ding und sagte gar nichts. Bei leistungsaffinen Menschen teilten sich die Meinungen allerdings in Ost und West. Im Osten kommunizierte man, daß man gewillt sei, seine Arbeit bestmöglich zu erfüllen und dadurch im Leben voranzukommen. Das hört der Chef natürlich gern und ist dem Mitarbeiter gewogen. Manchmal gelingt es dem Mitarbeiter dann auch, eine höhere Stufe in der Hierarchie zu erklimmen. Dafür muß aber gewährleistet sein, daß der Chef in seiner Familie oder der Partei keinen besseren findet. Ich gebe zu, daß das alles nicht recht erstrebenswert klingt. Das ist es ja schließlich auch nicht, aber jetzt gehen wir weiter gen Westen. Hier kommt nun der leistungsbewußte jungdynamische Mann (nur manchmal Frau) daher und tätert nach amerikanischem Prinzip („Erst mal große Fresse, Wogen glätten ist später, nachdem ich weiß, wer für oder gegen mich ist.): „Ich will Karriere machen!“ Das entsetzliche ist ja, daß der das wirklich so meint! Es ist gar nicht sein Ziel, seine Arbeit gut zu erledigen, denn er muß sich ja auf das Karrieremachen konzentrieren. Noch erstaunlicher ist es, daß der Chef sich freut, „solche energiegeladenen Mitarbeiter“ zu haben. Solch ein Mitarbeiter wird wohl auch Gerhard Schröder gewesen sein. Er ist von Anfang an mit Karriereanspruch losgestürmt und hat es auch bis zum Bundeskanzler geschafft. Aber damit nicht genug, er hat geschafft, was bis dahin jedem CDU-Kanzler mißlang: der Industrie Milliardenprofite sichern bei gleichzeitiger Verringerung der Arbeitslosigkeit.

Die paar Millionen Armen, die wir jetzt haben, wollten doch sowieso nie arbeiten!

Sabotage

Heute nachmittag gab es im MDR einen sehr interessanten Filmbeitrag. Es ging darin um die neuen Regeln für LKW in Bezug auf Abbiegesysteme. Man erklärt also die Technik, die gefordert wird und zeigt dazu filmisch eine Verkehrssituation, in welcher ein 40-Tonner rechts blinkend an eine rot zeigende Ampel heranfährt. Nachdem er anhielt, dachte ich: „Das ist aber jetzt der falsche Film!“, denn in diesem Moment befuhr eine Radfahrerin von hinten her den gerade mal noch 40 – 50 cm breiten Streifen zwischen LKW und Bordsteinkante. Diese Szene deutete deutlich auf versuchten mittelbaren Suizid hin oder aber…

Sabotage!

Fernschaltung

Gestern saß ich gemütlich beim Frühstück und schaute mir währenddessen eine populärwissenschaftliche Sendung über ein Naturschutzgebiet in Frankreich an. Darin wurde unter vielen anderen Fakten recht euphorisch erwähnt, daß dieses Gebiet auch für Bussarde ein absolutes Paradies ist. Die Wiesen dort seien voller Nagetiere und bei der vorhandenen klaren, sauberen Luft könnten die Vögel eine Maus schon aus 1000m Höhe ausmachen.
Da kann man nun sagen, was man will, aber ich halte das für eine recht jämmerliche Leistung! Wenn ich nämlich zu Hause ein sogenanntes Smarthome einrichte, kann ich selbst auf einer Reise durch China in meiner Wohnung das Licht ausmachen! Das ist doch viel erstaunlicher.
Ich liebe Smarthomes…

…und die deutsche Sprache.

Manneskraft

Normalerweise bin ich gegenüber sprachlichen Fehlleistungen in den Medien recht intolerant und ungehalten, weil das meist von Menschen kommt, die Journalismus, Germanistik oder was weiß ich für Studien absolviert haben. Manchmal ist das aber ganz anders! Das passiert dann, wenn der Versprecher oder „Falschformulierer“ regelrecht lustig oder niedlich daherkommt. Solch einen Fall habe ich soeben im MDR-TV erlebt. In der Sendung „Brisant“ schaltet die Moderatorin zu einer Reporterin im Lawinengebiet Österreichs um und diese erzählt dann ganz flüssig, welche Organisationen mit wievielen Kräften im Gebiet eingetroffen sind, um zu helfen. Sodann erzählt sie, daß in diesem Falle nicht nach „viel hilft viel“ entschieden wird, sondern diese „Manneskraft“ in der Region auch wirklich notwendig ist.

Joa Kruzifix, konn denn dera gmeine Österreicher sei Nachwuchsproblem net alloa in Griff kriega?!

Genderitis

Wenn ich etwas nicht ganz bewußt lese wie z.B. ein Buch oder einen Zeitungsartikel, dann husche ich im Allgemeinen mit den Augen  schnell über den Text. So warf ich beim heutigen Einkauf im „Lidl“ einen Blick in die Kühltheke für verpacktes Frischfleisch und las „Hähnchinnenfilet“! Ich war entsetzt und dachte: ´Haben denn die die Genderdiversity jetzt schon dermaßen mit Löffeln gefressen, daß sie aus einem deutlich männlichen Tier mit der sprachlichen Brechstange ein weibliches machen?!

Deutsche Hähnchin Klasse A

Es wäre ja nun wirklich einfacher gewesen, stattdessen „Hühnchenfilet“ zu schreiben. Aber zum Glück hatte ich im Hinterkopf immer noch den Verdacht: „Nee, so blöd können die gar nicht sein“! Und was soll ich sagen, es war wirklich so.

Es mußte richtig heißen „Hähncheninnenfilet“.

Stäubchen

Nein nein, hier ist kein Blog für Kleinkinderbetreuung, obwohl meiner Meinung nach viele Menschen mit Kleinkindergemüt und/oder -verstand involviert sind. Als Stäubchen bezeichnet man landläufig die Phasen der Hirnbildung beim Kleinkind, die oft mit unbewußten Gemütsäußerungen wie z.B. Lächeln einhergeht. Viele größere Kindern lächeln sogar dann noch bis ins Rentenalter, wenn um sie herum so viele Stäubchen entstehen, daß man praktisch vor Lachen keine Luft mehr bekommt. In diesem Falle spricht man aber eher von Feinstaub. Man erlebt das jedes Jahr am 1.1. plus/minus einige Tage drumherum. Wenn feuerwerksbedingt die Sichtweite unter 50m rutscht, kann wahrscheinlich nicht einmal mehr der Smog in den schlimmsten Metropolen dieser Welt mithalten. Man sagt, die Silvesterknallerei erzeugt so viel Feinstaub wie ein Fünftel bis ein Viertel des verkehrsbedingten Jahresausstoßes der betreffenden Region ausmacht. Wenn man nun in Politikerkreisen über ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge berät, dann weiß man doch gleich, wo die lächelnden Kindsköpfe auch noch sitzen. Wäre es nicht besser, wenn man ein generelles Verbot für Pyrotechnik verhängt und statt dessen die Autofahrer in Ruhe läßt? – Da kommen mir ja noch ganz andere Ideen: So bliebe doch sehr viel Geld übrig, mit dem die Bürger dann wieder Autos kaufen können. Das wäre doch auch sehr im Sinne der sogenannten Volksparteien, denn

…die kriechen doch den Autobauern dermaßen penetrant in den Arsch – sprich Auspuff – daß sie dort schon eingebrannt sein müßten.

Erhöhte Gefährdungslage

Ich war gestern einmal wieder im Interesse meines Buches auf den Spuren meines Wehrdienstes unterwegs. War ich vor einigen Wochen noch in Taubendorf, so ging es diesmal zum ehemaligen Feldflugplatz Alteno bei Luckau. Ich habe noch einiges vorgefunden, was aus der damaligen Zeit stammt, einiges was neuer ist und einiges, was ganz neu und erschreckend ist. So frappierte mich besonders der Schutzstatus damals und jetzt. Im Jahre 1979 war das Gelände der Schutzkompanie des Flugfeldes zwar komplett umzäunt und durch Posten geschützt, dagegen war das Flugfeld komplett offen und bei entsprechendem Interesse hätten die Wildschweine auf der Landebahn fast täglich Sportveranstaltungen durchführen können. Gestern nun war alles anders. Der Kompaniebereich war zwar mit „Lebensgefahr“-Schildern gekennzeichnet, aber die Umzäunung verdiente einfach diesen Namen nicht mehr. Dagegen aber war diesmal das Flugfeld dadurch geschützt, daß sich hinter einem etwa 3m hohen Zaun mit Stacheldrahtaufsatz ein ca. 6m hoher Erdwall auftürmte. Aus der Tatsache heraus, daß die Landebahn heutzutage komplett mi Solarmodulen vollgestellt ist und dem Wissen, daß diese allzugern abmontiert und gestohlen werden, könnte man nun einfach deren Schutz vermuten. Gleichzeitig aber erinnere ich mich, auf dem Gelände eine Recyclingfirma gesehen zu haben.

Was ist nun die Gefahr, daß die Solarmodule abhanden kommen oder daß jemand sieht, was so alles recyclet wird?