Sprücheklopfer

Im vorigen Beitrag ging es um Werbung, was an dieser Stelle bestimmt nicht das letzte Mal geschehen wird, denn in kaum einer Branche liegen Highlights und absoluter Schwachsinn so nahe beieinander wie gerade hier. Und wenn man den Bogen so spannen kann, dann kann ich auch mal zugreifen. Ich kreiere bestimmt Werbeslogans, die kaum blöder sind als diejenigen, die so tagtäglich erscheinen. Vielleicht habe gerade ich das richtige Händchen(oder Mündchen), um zündende Sprüche in die Welt zu schicken. Ich kann ja erstmal ganz klein mit Trinksprüchen anfangen. So zum Beispiel als Bauernregel:

„Ist der Monat kühl und nass, ernährt sich der Bauer aus dem Fass!“ oder ähnlichen Schwachsinn.

„In der Sonne hellem Schein schmeckt besonders gut der Wein.“

„Ein Bier, ein Schnaps, ein Schnitzelbrot, so schlagen wir den Abend tot.“

Aber meine jugendlichen Dichterversuche sollen jetzt erst einmal vor den Künsten der Altvorderen zurückstehen. Irgendwann in den guten alten DDR-Zeiten habe ich in der Zeitung (Ich glaube SZ) einen Stammtischspruch gelesen, den ich bis jetzt nicht vergessen konnte: Achtung! Trommelwirbel!

Die große Gefahr

Wenn man heutzutage Tv-Sendungen konsumiert, muß man sich quasi zwangsläufig auch die Werbung reinziehen. Das ist ungefähr so, als ob man ein Gourmet-Menü verspeist, in dessen Salatbeilage sich eine Kakerlake versteckt hat, die nicht mehr rechtzeitig flüchten kann. So habe ich mir heute mein zweites Abendbrot mit Snooker versüßt und während der Werbeunterbrechungen einfach innerlich abgeschaltet. Plötzlich aber schrak ich auf, denn ich hatte eine riesengroße Gefahr erkannt. Dabei kann ich aber noch nicht einmal sagen, wie sich diese äußern wird. Der entscheidende Punkt war die Aussage: „…mit intelligenter Leica-Triple-Kamera…“. Ja, das ist es: Intelligenz im Handy! Es ist ja tatsächlich so, daß Handys immer intelligenter werden. Da wäre es doch kein Wunder, wenn ein Handy irgendwann intelligenter ist als sein Besitzer. Ich kenne selbst eine Handvoll Leute, bei denen ich das bereits heute unterschreiben würde. Nun sind ja eine Handvoll nicht viele, wobei es auch noch völlig ungefährlich wäre, wenn es mehrere Millionen sind. Nein, die Gefahr beginnt erst in dem Moment, wenn Millionen von Menschen die überlegene Intelligenz ihres Handys ihrer eigenen gegenüber bemerken! Was passiert dann?! Was machen sie?! Ich vermute, sie werden das Gegenteil beweisen wollen und sich so verschiedenes überlegen.
Wenn z.B. jemend einen Job hat, dessen Basis die Intelligenz des Beschäftigten darstellt, dann könnte er auf die Idee kommen, ab sofort das Handy allein zur Arbeit zu schicken und im gleichen Atemzug Gehaltserhöhung zu fordern, weil ja nun viel mehr Intelligenz zur Verfügung gestellt wird. Der Arbeitgeber kann sich dieser Logik kaum verschließen, es sei denn, er hat sein Handy nicht dabei.
Manch anderer wird dafür sorgen, daß in seinem Dunstkreis er selbst der einzige ist, der Intelligenz [Handy] besitzt und sonnt sich vielleicht erstmalig in seinem Leben in diesem Gefühl.
Der eher defensiv eingestellte Mensch wird dagegen alle Handys wegwerfen und in den Wald ziehen, im Gücksfall in einen Wald am Meer. So allein lebend wird er natürlich jeden Besucher herzlichst begrüßen und Menschen, die mit dem Boot über´s Meer kommen, wird er sogar als Götter anbeten. Er spürt nämlich sofort ihre Hyper-Intelligenz. Das kommt daher, daß sie fast alle ein iPhone besitzen.
Und so zieht sich die Schleppe der verschiedenen Gegenmaßnahmen wie eine Anakonda durch die Bevölkerung. Jeder bekämpft natürlich seinen Erzfeind, weil der ja dran schuld ist. Hausgemachte Intelligenzdefizite werden vollständig ausgeblendet. Frau Merkel beschuldigt die Sozis, Frau Nahles die ganze verlogene Bande, die sich auch noch „Christlich“ nennt, die Engländer schimpfen auf Europa mit den Krauts an der Spitze und US-Präsident Trump will sofort den „damned communists“ mit ihrem Anführer Kahl Mags ans Leder. – Hier ist aber erstmal Schluß mit lustig! Mein lieber Herr Präsident, das war ein vollkommen falscher Zungenschlag. Ich erkläre ihnen das mal: Der theoretische Führer der Kommunisten war Karl Marx.

Kahl Mags dagegen war der erste auf der Welt, der das drohende Dilemma benannt hat!

Edle Geschenke

Weihnachten ist ja nun als Fest der (übermäßigen?) Geschenke geradezu prädestiniert. Deshalb habe ich vor kurzem ein Quasi-Geschenk bei ebay eingestellt. Es sind 80kg Mineral aus einer Edelsteinstufe.

Zwei Drittel dieses Materials sind noch nicht untersucht. Das eine Drittel brachte als Auswahl die Steine auf dem Foto hervor. Sie können eigentlich nur als Dekorationselemente im Steingarten dien, aber nicht einmal dafür hat sich zum Preis von einem einzigen Euro ein Interessent gefunden. Selbst wenn

man die Steine als Wegeunterbau einsetzt, lohnt sich das noch. Vielleicht nicht gerade im rein materiellen Bereich, aber mental! Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß man sein Leben auf der Basis von Edelsteinen gestaltet. Bis jetzt aber wollte es niemand haben. Dabei ist es doch ein Glücksspiel, bei dem man schon noch ein wertvolles Stück finden kann. Aber scheinbar greift man da lieber zum einarmigen Banditen. 🙂
Ich kann nur eins sagen:

Bitte, bitte nehmt mir das Zeug ab. Ich habe keine Ahnung und keinen Bock, es auf Werthaftigkeit zu untersuchen und es nimmt mir nur Platz weg.

Wundersame Reparatur

Hier ist zwar nicht mehr der Taxiblog, aber Geschichten mit Autos erzähle ich doch immer wieder gern, vor allem solche wie die folgende, denn die geht eigentlich erst nach dem Geschehen so richtig los.
So stehe ich doch gestern vor einem Dresdner Amtsgebäude, als eine recht adrett gekleidete mitteljunge Dame mit einem Akten-Rollkoffer an einen Kleinwagen herantritt, ihn aber nicht öffnet. Sogleich aber nimmt sie das Handy und sagt zu jemandem, sie könne nicht kommen, weil das Auto nicht mehr will. Woher wußte sie das, wenn sie noch gar nicht drin war?! Als sie nach dem Auflegen immer noch beim Wagen stand dachte ich mir: Die will doch bestimmt irgendwas anderes machen. Deshalb hat sie den Termin abgesagt, der ihr Alibi gegenüber dem Amt ist und nun sagt sie dem Terminpartner ab und ist frei. Und weil ich ein hinterhältiger Lump bin, frage ich doch erstmal scheinheilig, was der Wagen denn hat. „Na der geht nicht auf!“, sagte sie und drückte demonstrativ mehrmals auf die Fernbedienung. Rumms – Eins zu Null für sie! Da sie ja nun gar nicht böse war, habe ich auch den lieben gemacht und ihr erst einmal weitergeholfen mit dem Hinweis, daß die Fernbedienung doch eigentlich auch Schlüsselform hat. Rumms – Eins zu Eins! Und siehe da, ihr ward aufgetan. Ursache klar. Eine Batterie tot. Also gleich Startversuch – erfolgreich! „Schade bloß, daß ich jetzt keine andere Tür aufkriege“, meinte sie dann und ich: „Doch, doch!“ Reingesetzt und Knopf mit Schloßsymbol gedrückt—> Kofferraum offen. Sie alles eingeladen, sich herzlich bedankt, dann schnell noch die Absage abgesagt und los. Ja und hier geht es jetzt auch los. – Mit der Wertung des Geschehens aus der Sicht mehrerer klar definierter Personen. Ich muß vorher noch den Rollkoffer der Dame betonen. Wer als Frau in feinem Tuch mit solch einem schon etwas abgeliebten Rollkoffer umherfährt, ist ganz gewiß keine Reinigungskraft.

Der Macho
Das is doch kee Wunder. Weiber sin´ nu´ ma zu bleede in Autodingen. Die wissen nichema das Notwendigste.

Die Omi
Ach die arme Frau, diese modernen Autos sind aber auch kompliziert.

Der Opa
So ein Quatsch! Als ich noch in der Blüte meiner Jahre war, habe ich jedes Auto gefahren, auch ohne Einweisung. So ist das nämlich.

Der Berufskraftfahrer
?

Der 10jährige Autoknacker
Die Alte is ja voll abgefahren: „Geht nicht auf“! Diese Scheißkiste mache ich dir in 5 Sekunden auf, aber ohne Schlüssel.

Und was sage ich dazu?
Es war eine lustige Begebenheit und deshalb schön. Würde ich die Frau jetzt bewerten, verlöre der Spaß seine Fasson.

Deshalb lasse ich´s.

Safety first!

Man hat ja bei und mit Windows schon so einiges erlebt, aber was es sich heute leistete, das treibt auch dem allerletzten Radfahrer die Luft aus den Reifen!

Katastrophen-Betriebssystem

Es läuft das Match Marc Allen gegen Neil Robertson. Auffällig ist, daß Robertson ständig extremes Pech hat in Momenten, wo er sich absetzen könnte. Das kann auf die Dauer schon nerven. Nun ist er wieder mal am Tisch, spielt einen guten Ball, aber… – er wird nicht gewertet! Folgerichtig verhaut er den nächsten. Was war passiert? Ja man glaubt es kaum auszusprechen: In dem Moment, als der Scoring-Rechner hätte werten müssen, machte Windows gerade ein Sicherheits-Update! Ist das nicht herrlich? Schon im privaten Bereich könnte man die Wände hochgehen, wenn man zwangsgeupdated wird, aber bei professionellen Einsätzen ist es ein unverzeihliches Desaster. Die Programmierer, die das verzapft haben, müßte man normalerweise solange beuteln, bis sie lachen und dann natürlich weiterhin, weil sie lachen. Ich glaube, der Gründer müßte wieder selbst programmieren. Wie hieß der doch gleich?

War das nicht Bill Watergates?!

Kopfloses Notentheater

Da klagt ein sächsischer Schüler gegen die Existenz der Kopfnoten auf dem Zeugnis. Das ist wahrlich ein Meisterschuß: Von hinten durch die Brust direkt ins Auge! Ist denn da die Intelligenz des Kläglichen…, ähh ich meine Klagenden noch nicht soweit zu erkennen, daß dies ein Bumerang wird, nein? Wir spielen mal Theater(mit Kopf): Ich bin Unternehmer und interessiere mich für die guten Fachnoten des Schülers, will aber wissen, ob er in meine Firma paßt. Deshalb lade ich ihn ein und frage, wo die Kopfnoten sind. Nun hat der junge Mann zwei Möglichkeiten, entweder er lügt mit der Aussage, in Sachsen gäbe es keine oder er ist ehrlich und sagt: „Die habe ich weggeklagt“. Im ersten Fall werde ich sehr schnell wissen oder erfahren, daß er lügt und im zweiten sehr schnell vermuten, daß er einen Grund dafür hatte. In beiden Fällen würde ich ihn um eine Verhaltenseinschätzung aus der Feder der Schule bitten. Bekomme ich diese undiskutiert, dann ist alles so, als ob es das Problem nie gegeben hätte, bekomme ich sie nicht, dann sage ich: „Ich wünsche ihnen noch viel Erfolg auf ihrem Berufsweg und noch ein Satz mit auf den Weg. Rufen sie uns nicht an. Wir rufen SIE an. Meine Sekretärin bringt sie raus.“ Der Junge hatte einfach vergessen zu klagen, daß ein Arbeitgeber den Bewerber ohne Kopfnoten auch nehmen MUSS.

Tja, der klagende Anwalt hat sein Geld rein.